Absetzbarkeit von Kosten beruflicher Reisen mit privatem Anteil

Der BFH hat in einer Entscheidung vom 13.01.2010 (GrS 1/06) von der langjährigen Rechtsprechung Abstand genommen, nach der Aufwendungen für beruflich veranlaßte Reisen steuerlich nicht zu berücksichtigen sind, wenn die Reise gleichzeitig privaten Zwecken dient. Dies pspielt insbesondere eine Rolle, wenn berufliche Reisen mit privaten Urlauben verknüpft werden.

Bislang konnten Selbstständige und Arbeitnehmer beruflich veranlaßte Reisekosten nicht steuerlich absetzen, wenn sie gleichzeitig privaten Urlaub „einbezogen“ oder eine Fortbildung zum Anlaß nahmen, ein paar Tage Urlaub in der betreffenden Region zu machen. Berücksichtigungsfähig waren lediglich reine Fortbildungs-/Kongress- und damit einhergehende unmittelbare Nebenkosten. Gemischt veranlaßte Kosten blieben außer Betracht.

Nach Ansicht des BFH können nunmehr Reisekosten wie An- und Abreise, Mietfahrzeuge etc anteilig nach beruflichem und privatem Anteil getrennt und der berufliche Anteil steuerlich erfaßt werden, wenn die jeweiligen Zeiten, die auf berufliche und private Veranlassung entfallen, sauber getrennt werden können und der berufliche Anteil nicht untergeordnet ist.

Dieses Urteil dürfte auf alle Bereiche der gemischt veranlaßten Aufwendungen Maßstab einer Prüfung sei.