Ausländischer Dienstleister, inländische Umsatzsteuer

Zum 01.07.2010 sind aufgrund des EU-Vorgaben-Gesetzes im Umsatzsteuerrecht Änderungen eingetreten.

Insbesondere ist zu beachten, daß der Leistungsempfänger, wenn er seinen unternehmerischen Sitz in Deutschland hat und Leistungen eines im EU-Ausland ansässigen Unternehmens in Anspruch nimmt, hier in Deutschland die Umsatzsteuer für diese Leistungen abzuführen hat.

Nach § 3 a Abs. 2 S. 1 UStG sind die Leistungen dann am Ort des Leistungsempfängers, also hier in Deutschland ausgeführt und hier steuerbar.

Zu beachten ist hierbei, daß die Umsatzsteuer durch den in Deutschland ansässigen unternehmerischen Leistungsempfänger in dem Monat anzumelden und abzuführen ist, in dem die Leistung vollständig erbracht wurde. Es kommt also nicht darauf an, wann die Rechnung gestellt wird – was häufig erst kurze Zeit später geschieht.

Während insbesondere bei größeren Rechnungsbeträgen jedoch ein Vertrag oder ein Angebot zugrundeliegenden dürfte, kann die Berechnung der Umsatzsteuer aus diesen Unterlagen abgeleitet werden. Darüber hinaus ist zu prüfen, ob der inländische Unternehmer eine Steuerbefreiung genießt, die ihn von den Pflichten zur Ermittlung und Abführung der Umsatzsteuer in Deutschland freistellt.