Besonderheiten beim Verkauf von Nahrungsergänzungsmitteln I

Der Markt der Nahrungsergänzungsmittel ist mittlerweile extrem gewachsen und hält von A-Z alles bereit, was in Tabletten-, Getränke-, Pulver- und Lebensmittelform denkbar ist.

Das gilt natürlich auch für den Internethandel, in dem der Kunde noch einfacher Zugriff auf die gesamte Bandbreite nehmen kann und hierbei auf Beratung, zusätzliche Information und eventuelle Aufklärung gerne verzichtet.

Nahrungsergänzungsmittel

Um so strenger sind die gesetzlichen Grundlage für den Handel mit Nahrungsergänzungsmitteln, die eben nicht stets eine allein positive Wirkung auf den menschlichen Organismus ausüben, sondern auch schädlich – bestenfalls wirkungslos – sein können. Insbesondere sind derartige Mittel zu den Arzneimitteln abzugrenzen, für die die Handelsvorgaben noch weit stringenter sind.

Verstöße gegen die Vorgaben zum Handel mit Nahrungsergänzungsmitteln führen ebenso wie unzulässige Werbeinhalte etc. auch zu einem Verstoß gegen UWG, also gegen Wettbewerbsrecht. Vor allem sind die Verbote irreführender Werbung zu beachten.

Nahrungsergänzungsmittel sind – einfach ausgedrückt – Lebensmittel zur Ergänzung der Ernährung mit konzentrierten Inhaltsstoffen, die üblicherweise auch in der Nahrung vorkommen. Weniger einfach ausgedrückt findet sich die Definition in § 1 NEMV. Die Mittel unterliegen grundsätzlich vor dem erstmaligen Inverkehrbringen der Anzeigepflicht durch den Hersteller oder Importeur.

Wer als Händler erstmals ein Nahrungsergänzungsmittel nach Deutschland einführt oder hier vertreibt, hat selber die Anzeigepflicht zu erfüllen.

Die Verordnung über Nahrungsergänzungsmittel – NEMV

Die NEMV begrenzt die zugelassenen Stoffe auf die in der Anlage zu § 2 genannten Inhalte und verlangt im Übrigen die Einhaltung des Reinheitsgebotes der Zusatzstoff-Verkehrsverordnung.

Darüber hinaus ist Art und Umfang der Kennzeichnungspflicht von Nährstoffen, Nährstoffgruppen etc gesetzlich vorgeschrieben und bezieht sich auch auf die Warnhinweise, daß das Mittel keinen Ersatz für ausgewogene Ernährung darstellt und nicht in der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden darf.

Neben der NEMV gelten die Vorschriften über das Lebensmittelrecht und die Health-Claim-Verordnung.