Einkommensteuer: Steuerliche Änderungen 2011 – das Steuervereinfachungsgesetz

Sicher kann man trefflich darüber streiten, ob das Steuer“vereinfachungs“gesetz wirklich zu Vereinfachungen führt, da der Steuerbürger m.E. schon lange nicht mehr in der Lage ist, die steuerlichen Vorgaben zu überblicken.

Wie dem auch sei – für das Jahr 2011 werden jetzt u.a. folgende Punkte „vereinfacht“:

Arbeitnehmer-Pauschbetrag

Der pauschale Werbungskostenabzug wird von 920,00 € auf 1.000,00 € für nichtselbständig Beschäftigte erhöht, wobei der Arbeitgeber die Erhöhung im Dezember 2011 mit der Lohnabrechnung berücksichtigen kann/muß.

Entfernungspauschale

Ab dem Jahr 2012 beträgt die Entfernungspauschale für die Strecke von oder zu der Arbeit 4.500,00 € für Beschäftigte, die keinen eigenen Pnw nutzen und auch keinen Wagen von dritter Seite für die Strecke zur Verfügung gestellt bekommen. Überschreiten die Kosten öffentlicher Verkehrsmittel den Pauschbetrag, können auch höhere Kosten abgesetzt werden.

Die Berechnung, ob die Pauschale überschritten wird, erfolgte bislang tagesbezogen und wird ab 2012 jahresbezogen durchgeführt.

Kinderbetreuungskosten

Eine Unterscheidung zwischen erwerbsbedingten und nicht erwerbsbedingten Kosten entfällt, es wird nur noch die einheitliche Berücksichtigung als Sonderausgabe erfolgen. Die Höhe des berücksichtigungsfähigen Aufwandes bleibt bei 2/3 der Aufwendungen, maximal 4.000,00 € im Jahr.

Auch Anspruchsvoraussetzungen wurden geändert.

Veranlagungsarten für Eheleute

die bisher 7 Varianten sind auf 4 zusammengekürzt, so daß ab 2012 noch die Einzelveranlagung mit dem Grundtarif, dem Verwitweten-splitting oder dem Sondertarif im Trennungsjahr möglich sind sowie die Zusammenveranlagung mit dem Ehegatten-splitting.

Da bei der Einzelveranlagung Steuerermäßigungen und außergewöhnliche Belastungen demjenigen zugerechnet weren, der die Aufwendungen getragen hat, wird nur auf Antrag der Eheleute die hälftige Verteilung auf beide Ehepartner möglich.

Übertragung des Kinderfreibetrages

Getrennt lebende oder geschiedene Eltern erhalten den Kinderfreibetrag derzeit je zur Hälfte. Ab 2012 kann der Freibetrag auf einen Elternteil alleine übertragen werden, wenn der andere Teil sich unterhaltsrechtlich an dem Bedarf des Kindes nicht beteiligt und wenn der dann begünstigte Elternteil für das Kind keinen Unterhaltsvorschuß erhält.

Es kommt ab 2012 nicht mehr auf die Gründe dafür an, warum kein Unterhalt gezahlt wird.

keine Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung bei geringen Einkünften

Wer nicht mehr als 10.200,00 € (zusammenveranlagte Eheleute 19.400,00 €) jährlich als Arbeitseinkommen erzielt, ist bereits ab dem Steuerjahr 2010 nicht mehr verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, wenn diese Pflicht nach dem Gesetz nur bestünde, weil eine zu hohe Mindestversorgungspauschale gilt.

Ist allerdings nach anderen gesetzlichen Bestimmungen einer Steuererklärung abzugeben – beispielsweise bei weiteren Einkünften aus Vermietung -, gilt. o.g. Befreiung nicht.

Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen

Hier haben sich verschiedene Punkte geändert, deren details den Rahmen der Zusammenfassung sprengen würden. Lassen Sie sich ggfs. beraten.

Wichtig ist jedoch, daß die Krankheitskosten nur dann steuermindern berücksichtigt werden, wenn sie zwangsläufige Kosten der Krankheit sind, was nachzuweisen ist. Die Nachweise wurden etwas erleichtert. Der Nachweis muß aber vor Beginn der Heilmaßnahme oder dem Bezug von Hilfsmitteln ausgestellt sein!