Erlaubte Privatkopien von Musik und Software

Wer eine originale Musik- oder Hörbuch-CD, eine MP3, eine Software kauft oder geschenkt bekommt, hat damit Anspruch auf einen bestimmten Nutzungsumfang.

Bedeutet das also, daß beliebig kopiert und vervielfältigt, an Freunde weitergegeben oder gar im Internet veröffentlicht werden darf?

Nein, das bedeutet es nicht, denn die Nutzungsrechte sind ebenso beschränkt wie beispielsweise bei Büchern, die man auch nicht beliebig weiter „vermehren“ darf.

Von dem Original einer Musik- oder Hörbuch-CD oder einzelner Stücke und von MP3 dürfen ebenso wie bei Texten eine einzelne Kopien, sogenannte Privatkopie hergestellt werden. „Privat“-kopie bedeutet, daß die Kopie nur zu privaten Zwecken (z.B. eine zuhause, eine im Auto) verwendet und auch an Freunde verschenkt werden darf. Dabei müssen sich die „einzelnen Kopien“ im Rahmen halten, wobei die Grenze nicht klar definiert ist und vielleicht um die 3 Kopien liegen dürfte.

Veröffentlicht werden darf aber eine solche Kopie weder ganz noch teilweise. „Veröffentlichen“ bedeutet dabei mindestens die Freigabe an einen unbestimmten Personenkreis.

Auch verkauft werden darf die Privatkopie nicht, weil dann keine private Nutzung mehr vorliegt. Alles, was im mittelbaren oder unmittelbaren Zusammenhang mit Erwerbszwecken steht, ist nicht mehr von der Privatkopie gedeckt. Dazu gehört beispielsweise auch die Verwendung als Lehrmittel in einem Unterricht, wenn nicht eine Ausnahmebestimmung zu Lehrzwecken erfüllt wird.

Davon zu unterscheiden sind die Rechte bei Software. Hier darf  eine Sicherungskopie hergestellt werden, nicht aber eine Privatkopie. Die Sicherungskopie dient nur dazu, die Software wieder lauffähig herzurichten, wenn es zu Störungen oder beispielsweise einem Zusammenbruch des Rechners gekommen ist. Die Sicherungskopie darf nicht verschenkt, weitergegeben oder auf einem eigenen anderen PC verwendet werden, da man nur Original-Software einsetzen darf.