gibt es weitere Gebühren für digitalisierte verwaiste und vergriffene Texte?

Der Gesetzgeber plant eine Änderung der Regelungen zum Urheberrecht, um bestimmten digitalisierten Texten einen weitreichenderen Schutz zu bieten als bisher.

Hierbei geht es insbesondere um vergriffene und verwaiste Texte. Letztere sind bislang nicht vergütungspflichtig.

Verwaiste Texte sind solche, bei denen der Autor oder Urheber nicht bekannt ist. Bei vergriffenen Texten handelt es sich um solche, die nicht mehr im Handel erhältlich sind.

Derzeit geht die Diskussion im Rahmen der Digitalisierung zum einen um die Frage, ob für die Verwendung verwaister Texte überhaupt Gebühren verlangt werden können,  weil es sich um ein – zu Gunsten eines Unbekannten – urheberrechtlich geschütztes Werk handelt.

Zum anderen geht es um die Frage, ob Vergütungen generell oder nur bei kommerzieller Verwendung verlangt werden sollten und wie es sich mit nicht innerhalb Deutschlands veröffentlichter Texte verhält, die in Deutschland genutzt werden. Hierzu steht auch eine EU-Regelung im Raume.

Es werden verschiedene Gesetzesentwürfe verhandelt, bei denen sich die Folgen für die Nutzer digitalisierter Werke stark unterscheiden und aller Voraussicht nach auch bei der kommerziellen oder nicht kommerziellen Nutzung unterschiedlich ausfallen werden.

Wer mit derartigen Texten arbeitet, der sollte die gesetzlichen Änderungen verfolgen.