Grundpreisangabe im Onlineshop

Der Händler ist verpflichtet, bei denjenigen Artikeln, die in Fertigverpackungen, offenen Packungen oder als Verkaufseinheiten ohne Umhüllung nach Gewicht, Volumen, Länge oder Fläche angeboten werden, neben dem für die Warenmenge relevanten Einzelpreis den Preis je Mengeneinheit einschließlich der Umsatzsteuer und sonstiger Preisbestandteile = Grundpreis anzugeben.

Diese Grundpreisangabe hat nach einem Urteil des BGH vom 26.02.2009 (I ZR 163/06) entsprechend § 2 Abs I S. 1 PAngV in unmittelbarer Nähe des Endpreises in einer Weise zu erfolgen, so daß beide Preise auf einen Blick wahrgenommen werden können. Das gilt nicht nur für die Preisdarstellung im Onlineshop, sondern bereits in der Werbung für die angebotenen Artikel.

Nach einem Urteil des OLG Hamm vom 10.12.2009 (4 U 156/09) ist eine fehlerhafte Grundpreisangabe  als wettbewerbsrechtlicher Verstoß zu betrachten, wurde jedoch im Einzelfall als Bagatelle eingestuft, da der Verbraucher anhand der vorhandenen Angaben ohne Weiteres den tatsächlichen Preis errechnen konnte.

Ein Händler hatte bei seinen Produkten jeweils den Preis für 100 ml angegeben, obwohl der Grundpreis je Liter anzugeben war. Dem OLG Hamm genügte, daß der Kunde durch die einfache  Multiplikation x 10 den Grundpreis je Liter errechnen konnte.

Ob dies andere Gerichte ebenso sehen, mag abgewartet werden. Darauf einrichten sollte sich der Händler bis dahin eher nicht.