Hochzeitsbilder – Verwendung in der Werbung als Persönlichkeitsrechtsverletzung

Das LG Hamburg hat durch Urteil vom 28.5.2010 (324 O 690/09) festgestellt, dass die Verwendung von Hochzeitsfotografien für unbefugte Werbung einen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht am eigenen Bild dar­stellt.

Das Gericht hat den auf den Hochzeitsfotografien abgebildeten Eheleuten jeweils Lizenzgebühren in Höhe von 2.500,00 € zuerkannt, nachdem die Fotografien auf einer privaten und in geschlossener Gesellschaft stattfindenden Feier von einem von den Eheleuten beauftragten Fotografen gefertigt worden sind.

Einer der Gäste forderte bei dem Fotografen sodann die Fotos von der Hochzeitsfeier zur Ansicht an, die der Gast nach Zustimmung der Eheleute auch erhielt.

Allerdings veröffentlichte der Gast diese Fotografien sodann in einer Werbezeitschrift für seinen Gast­stättenbetrieb, wogegen die Eheleute einwandten, die Fotografien seien lediglich zur Ansicht zur Verfügung gestellt worden und mit der Veröffentlichung dieser Hochzeitsfotos zu Werbezwecken seien sie keinesfalls einverstanden gewesen.

Das Gericht bestätigte insoweit einen schweren Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der Eheleute in Form des Rechtes am eigenen Bild. Insofern stand den Eheleuten nicht nur ein Unterlassungsanspruch zur Seite, sondern ein Anspruch darauf, dass entsprechend den Lizenzanalogien auch Geld für die Verwertung und Veröffentlichung dieser Bilder zu fließen hatte.

Immerhin hatte der Gast erhebliche Aufwendungen dadurch erspart, dass er keine eigenen Bilder anfer­tigen lassen musste, sondern die von den Eheleuten bei dem beauftragten Fotografen bezahlten Foto­grafien quasi unentgeltlich zur Verfügung gestellt worden waren.

Erschwerend kam im vorliegenden Fall zur Bemessung der Lizenzgebühren in Höhe von 2.500,00 € je Ehepartner hinzu, dass eine Fotografie nicht nur eine Situation auf der Hochzeitsfeier darstellte, sondern der Trauung selbst, die als besonders höchstpersönliche Situation bewertet wurde. Maßgeblich sei darüber hinaus die Auflagenstärke der betreffenden Fachzeitschrift.

Im Ergebnis kann auch hier nur die juristische Empfehlung lauten, bei Aufnahmen von Personen, insbesondere in besonderen Situationen, jeweils die Zustimmung zur Verwertung und Veröffentlichung einzuholen, um einen Verstoß gegen das Recht am eigenen Bild, wettbewerbsrechtliche und urheber­rechtliche Grundlagen zu vermeiden.

Letztlich hatte auch der Fotograf keine Erlaubnis erteilt, dass die von ihm für das Hochzeitspaar gegen Entgelt gefertigten Fotografien zu Werbezwecken in einer Fachzeitschrift verwendet werden.