Privatverkauf bei ebay und Umsatzsteuer

Der BFH hat bereits im Jahr 1987 entschieden, daß der Verkauf einer privaten Sammlung beispielsweise von Briefmarken noch als der privaten Sammlertätigkeit gehörend anzuerkennen ist und daher nicht der Umsatzsteuer unterliegt. Seinerzeit ging es jedoch nicht um eine Veräußerung auf einer Internetplattform oder -börse, darüber hinaus wurde der Verkauf der privaten Sammlung als „letzter Akt“ der Sammlertätigkeit bezeichnet.

Das FG Baden-Württemberg hat nun mit Urteil vom 22.09.2010 (1 K 3016/08) festgehalten, daß der Verkauf unterschiedlicher Gebrauchsgegenstände über mehrere Jahre (hier: 1.200 Verkäufe) zu einer Umsatzsteuerpflicht des Verkäufers führt und zwar unabhängig von der Frage, ob der Verkäufer die Ware einkauft oder – beispielsweise aus Haushaltsauflösungen oder Nachlässen der Familie – bereits vorhält.

Abzustellen sei darauf, ob auf längere Dauer mit erheblicher Intensität eine Vielzahl von Gegenständen veräußert wird. Im übrigen wurde darauf abgestellt, daß jeweils eigenständige Sammlungen verkauft wurden, die nicht untereinander in Beziehung standen. Insoweit sei die Tätigkeit auf Dauer angelegt und diente dazu, Überschüsse zu erwirtschaften.

Das FG hat die Revision zugelassen, um eine einheitliche Rechtsprechung zu ermöglichen.