Risiko: gekaufte Nutzermeinungen und gekaufte Links

Eine Möglichkeit, eine Internetseite in Suchmaschinen an oberster Stelle auffindbar zu optimieren ist das sogenannte Linkbuilding. Hierbei wird auf anderen Webseiten ein Link eingebaut, der auf die eigene Webseite verweist. Je mehr fremde Webseiten mit einem Link auf die eigene Seite verweisen, um so höher wird das Ranking in den Suchmaschinen.

Darüber hinaus wird die Präsenz in Suchmaschinen dadurch verbessert, daß Nutzerinhalte auf den Seiten integriert werden, was insbesondere durch Nutzermeinungen zu Qualität oder Service eines Unternehmens erreicht wird.

Hier stellt sich die Frage, wie gekaufte Nutzermeinungen, die nicht tatsächlich von Verbrauchern abgegeben, sondern von Marketingagenturen gesteuert werden oder aber von Nutzern insbesondere positiv gegen ein gewisses Entgelt eingestellt werden, wettbewerbsrechtlich zu beurteilen sind.

Gewerbliche Internetseiten unterliegen dem Telemediengesetz (TMG), welches in § 6 vorsieht, daß werbliche Kommunikation kenntlich zu machen ist und daher nicht der Anschein erweckt werden darf, als handele es sich um z. B. im Zusammenhang mit Nutzermeinungen eingebrachte Links. Wer also derartige Links beispielsweise im Rahmen eines Blogeintrages durch Nutzer streuen läßt, verstößt gegen § 6 TMG.

Gleichzeitig dürfte ein Verstoß gegen § 4 Nr. 3 UWG anzunehmen sein, da auch hier als wettbewerbswidrig angesehen wird, wer werbliche Kommunikation nicht als solche kenntlich macht.

Ebenso verhält es sich mit gekauften Nutzermeinungen, die sich als Werbung für ein Unternehmen oder eine Internetpräsenz darstellen, wenn es hier nicht um die tatsächliche Meinung der Nutzer, sondern um bezahlte Nutzer oder gar um Suchmaschinenoptimierungs-Agenturen geht, die nur vermeintlich als Nutzer einen Kommentar abgeben oder eine Bewertung einstellen.