Weinhändler und der bekömmliche Wein

Im Zusammenhang mit den seit dem 14.12.2012 geltenden Angaben auf Lebensmittelverpackungen weise ich auch darauf hin, daß die Bewerbung oder Etikettierung von Weinen mit dem Zusatz „bekömmlich“ nicht zulässig und daher wegen unzulässiger gesundheitsbezogener Angaben wettbewerbswidrig ist.

So hat der EuGH mit Urteil vom 06.09.2012 (Rechtssache C-544/10) bestätigt, daß es sich bei dem Begriff „bekömmlich“ um eine positiv gestaltete gesundheitsbezogene Angabe handelt, da der Begriff suggeriere, daß der Wein gut verdaulich bzw. „gut an die Verdauung angepasst“ sei.

Derartige Angaben sind nach Ansicht des EuGH dazu bestimmt, die Kaufentscheidung des Kunden positiv zu beeinflussen, zumal ein Verbraucher bei Wein dann wohl damit rechnen wird, daß selbst bei größeren Mengen oder häufigerem Konsum durch den reduzierten Säuregehalt keine oder wenige gesundheitliche Folgen auftreten.

Daher darf Wein weder im Rahmen der Beschriftung und Etikettierung, noch auf der Umverpackung, noch im Warenangebot des Onlineshops und auch nicht in Werbeflyern etc. mit dem Hinweis „bekömmlich“ beworben werden.