Werbung mit „statt“-Preisen – worauf bezieht sich der Preis?

 

Internethändler werben häufig mit reduzierten Preisen oder solchen, die günstiger sind als bei einem Mitbewerber. Hierfür verwenden sie die Formulierung „statt…“ oder zeigen den Ursprungspreis und stellen diesem den tatsächlichen günstigeren Preis gegenüber.

Hier stellt sich die Frage, unter welchen Voraussetzungen diese Werbung mit sog. „statt“-Preisen wettbewerbswidrig ist.

Nach Ansicht des OLG Hamm(Urteil vom 24.01.2013, 4 U 186/12) ist diese Werbung wettbewerbswidrig, wenn für den Kunden nicht ohne weiteres erkennbar sei, auf welchen Altpreis sich der angebotene „statt“-Preis beziehe.

In dem zugrundeliegenden Fall hatte ein Restpostenhändler geworben, wobei sich aus der Werbung nicht ergab, ob der günstigere Preis sich auf den vorherigen Preis dieses Händler bezog oder auf den Preis, der üblicherweise für den Artikel auf dem freien Markt verlangt wurde.

Das OLG Düsseldorf hatte mit Urteil vom 26.06.2010 (I-20 U 28/10) eine andere Ansicht vertreten und sah in der Werbung mit einem Preis „x € statt Y €) keinen Wettbewerbsverstoß, obwohl auch hier nicht deutlich wurde, ob es sich bei dem Altpreis um den vorherigen Preis dieses Händlers oder um den normalen Marktpreis handelte.

Wer also Werbung mit statt-Preisen betreiben möchte, sollte sicherheitshalber angeben, im Verhältnis zu was der Preis zu vergleichen ist.