Werbung mit Testergebnissen – I – Grundätze

Händler bewerben ihre Produkte gerne mit positiven Testergebnissen, um hierdurch die Qualität der angebotenen Artikel hervorzuheben. Häufig werden dabei die gesetzlichen Vorgaben nicht beachtet, so daß die Werbung unlauter und wettbewerbswidrig ist.

Zu berücksichtigen ist bei der Werbung mit Testergebnissen nicht nur, wie die Werbung platziert und angepriesen wird, sondern auch die Frage, von wem der Test anhand welcher Kriterien durchgeführt wurde, wieviele getestete Teilnehmer es gab, wie lange der Test zurück liegt, wie sich die Ergebnisse verteilen, welche Informationen über den Test bei der Werbung anzugeben sind.

So hat die Werbung mit „Testergebnis sehr gut“ aus einem im Jahr 2002 von dem Werbenden beauftragten Test durch ein kleines Untersuchungslabor unter Einbeziehung von 2 getesteten Teilnehmern keinerlei Aussagekraft für den Kunden. Zwar sieht er die sehr gute Bewertung, kennt jedoch die anderen Details nicht und läßt sich ggfs. zum Kauf des Produktes verführen.

Die nachfolgende (mehrteilige) Zusammenstellung soll daher einen leichteren Weg im Werbe-Dschungel bieten, auch wenn er keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Immerhin befassen sich auch die Gerichte immer wieder mit den anstehenden Fragen:

  • der Tester – wer hat den Test durchgeführt?

Wer mit Testergebnissen wirbt, hat anzugeben und ggfs. auch nachzuweisen, wer den Test mit welchen Vorgaben und Auswertungen durchgeführt hat.

Vielfach wird mit Testergebnisse der Stiftung Warentest geworben, im Übrigen mit Tests aus Fachzeitschriften der Computerbranche etc. In der Regel handelt es sich um objektive und unabhängige Unternehmen, die die Tests durchführen und die Bewertungskriterien festlegen. Die Kriterien orientieren sich in der Regel an den vom Kunden als wesentlich angesehenen Punkten und sind in dem Test anzugeben.

Stammt der Test von einem unabhängigen Unternehmen, ist darauf nicht gesondert hinzuweisen.

Wurde der Test allerdings von einem Hersteller durchgeführt oder vom Händler bzw. seiner Branche gezielt selbst in Auftrag gegeben oder stammt aus anderen Gründen nicht von einem unabhängigen Unternehmen, so hat der Kunde Anspruch auf diese Information. Nur dann kann er beurteile, ob er von einer Unabhängigkeit des Tests und der Ergebnisse ausgehen möchte oder nicht.

Bei der Werbung darf dann auch kein Logo oder Emblem verwendet werden, welches optisch stark angelehnt ist an unabhängige Einrichtungen wie die Stiftung Warentest, den TÜV, die DEKRA etc. In einer solchen Darstellung kann eine Irreführung des Kunden und damit ein Wettbewerbsverstoß liegen, wenn nicht  gleichzeitig klarstellende Hinweise gegeben werden.