Werbung mit Testergebnissen – III – das Testergebnis

Als Fortsetzung meiner Hinweise zur Werbung mit Testergebnissen vom 11.07.2012 geht es hier weiter:

  • die Angaben zum Testergebnis – das „was“

Für den Kunden ist die Werbung mit einem Testergebnis nur dann aussagefähig und maßgeblich für die Kaufentscheidung, wenn ihm nicht zu Unrecht suggeriert wird, daß das Testergebnis besonders gut ausgefallen ist, während dies objektiv nicht der Fall ist.

Wird zB mit dem Testurteil „gut“ geworben und tatsächlich haben von 10 Teilnehmern 6 mit „sehr gut“ und 4 mit „gut“ abgeschlossen, ist die Werbeaussage letztlich für den Kunden wertlos, weil das Testergebnis im Vergleich eigentlich eher „schlecht“ ist.

Dasselbe gilt, wenn zwar das beworbene Produkt im vergleichbaren Fall unter den 6 „sehr gut“-Produkten liegt, der Händler jedoch nur das Urteil „sehr gut“ hervorhebt und unter den hiervon aber in der Punkteskala den schlechtesten Platz einnimmt.

Soweit einige IHKs darauf hinweisen, daß eine Werbung mit dem Testurteil „gut“ bei unterdurchschnittlichem Ergebnis nicht geworben werden darf, ist das so nicht richtig. Es darf geworben werden, aber es muß eben auf das unterdurchschnittliche Ergebnis trotz der Note „gut“ hingewiesen werden, damit die Werbung nicht unlauter ist.

Der Händler hat dann eindeutig erkennbar auf den Rang des Testergebnisses hinzuweisen.

Das OLG Frankfurt hat mit Beschluß vom 13.01.2011 (6 W 177/10) verlangt, daß der Testrang bei der Werbung mit einem Testergebnis auch anzugeben ist, wenn es sich um ein „knapp überdurchschnittlichen Testergebnis“ handelt. Nur so könne dem Kunden die Vergleichbarkeit im Verhältnis zu den anderen Testteilnehmern ausreichend dargsstellt werden.

Der BGH hatte bereits am 11.03.1982 (I ZR 71/80) bei der Werbung mit Testergebnissen eine Irreführung des Kunden bejaht, wenn bei einem „guten“ Testergebnis die Anzahl der besseren Testergebnisse nicht angegeben ist und das beworbene Produkt tatsächlich unterhalb des Notendurchschnittes des Tests liegt. Die Werbung ist also nicht generell unzulässig, sie muß aber diese aussagefähigen Informationen enthalten:

Zwar sei der Händler nicht verpflichtet, den Kunden über alle einzelnen Umstände aufzuklären, jedoch könne auch nicht davon ausgegangen werden, daß sich jeder Kunde den Test genauer anschaut. Eine Aufklärungspflicht des Händler könne sich daher ergeben, wenn „…die verschwiegene Tatsache nach der Auffassung des Publikums wesentlich, also den Kaufentschluß zu beeinflussen geeignet ist“ (BGH a.a.O.). Der BGH hebt hierbei auch die besondere Bedeutung gerade der Stiftung Warentest für das Vertrauen und die Kaufentscheidung des Kunden hervor.

Der Händler hat in diesen Fällen also den Testrang anzugeben. z.B. „Platz 8 von 11“ oder das Testergebnis „2,3 bei einem Durchschnitt von 1,8.“

Zwar darf mit einem Testergebnis „sehr gut“ ohne ergänzenden Hinweis auf die genaue Qualifikation geworben werden, wenn auch anderen Produkte ein „sehr gut“ erhalten haben. Allerdings darf das Produkt nicht als „Testsieger“ bezeichnet werden, wenn für andere Produkte eine bessere Gesamtbeurteilung vergeben wurde. Testsieger ist tatsächlich nur der Beste.